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Aktuelles Urteil zu Kletterunfall
Winny
In einer Pressemeldung des OLG Hamm (Pressestelle) vom 03.01.2014 wird mitgeteilt, dass ein Kletterpartner / Sicherungspartner im Falle eines Unfalles UMFASSEND haftet.

Grundsachverhalt war ein Kletterunfall aus dem Jahre 2011. Die Klägerin war 2011 in einem Klettergarten in Hattingen 15 Meter tief gestürzt und hatte sich Brüche der Rippen und der Wirbelsäule zugezogen. Ihr Sicherungspartner hatte zuvor die Seilbremse gelöst, obwohl die Klägerin noch kein Kommando gegeben hatte. Das OLG wertete das Verhalten als fahrlässig. Az: 9 U 124/13

Hier die Pressemitteilung des OLG vom 03.01.2014

Pressemitteilung

Schwerer Kletterunfall – Sicherungspartner haftet umfassend

Stürzt eine im sog. „Tope-Rope“-Verfahren gesicherte Kletterin ab, weil ihr Sicherungspartner die Seilbremse gelöst hat, ohne zuvor das Kommando „Stand“ erhalten zu haben, schuldet der Sicherungspartner aufgrund seines regelwidrigen Verhaltens umfassenden Schadensersatz. Auf eine Haftungs- beschränkung oder einen Haftungsausschluss kann er sich nicht berufen. Das hat der 9. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm mit Beschlüssen vom 20.09.2013 und 05.11.2013 entschieden und damit das erstinstanzliche Urteil des Landgerichts Bochum bestätigt.

Die seinerzeit 40jährige Klägerin aus Bochum verunfallte im Juni 2011 beim Klettern in einem Klettergarten in Hattingen. Beim Erklettern einer Wand si- cherte der Beklagte aus Bochum die Klägerin mit einem Sicherungsseil im sog. „Top-Rope“-Verfahren. Bei diesem Verfahren ist das Klettergeschirr am Sicherungsseil angebracht, das Seil verläuft vom Kletterer über einen oben an der Wand befestigten Umlenker zu dem unten stehenden Sicherungspart- ner. Als die Klägerin bis zum Umlenker geklettert war, löste der Beklagte die Seilbremse, ohne dass die Klägerin zuvor das in der Kletterpraxis übliche Kommando „Stand“ gerufen hatte. Die ungesicherte Klägerin stürzte aus ca. 15 Metern Höhe zu Boden und verletzte sich schwer. Sie erlitt Frakturen an Rippen und Wirbelsäule und Quetschungen innerer Organe. Vom Beklagten hat sie die Feststellung seiner umfassenden Schadensersatzpflicht verlangt.

Das Landgericht hat dem Klagebegehren stattgegeben, eine Entscheidung, die der 9. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm bestätigt hat. Der Beklag- te hafte, weil die Klägerin durch sein fahrlässiges Verhalten verletzt worden sei. Er habe die Seilbremse gelöst, ohne dass die Klägerin zuvor das in der Kletterpraxis der hierfür vorgesehene Kommando „Stand“ gegeben habe. Auf einen Haftungsausschluss oder eine Beschränkung der Haftung auf erhebli- che Regelverletzungen, wie er z. T. bei sportlichen Kampfspielen oder Wett- kämpfen angenommen werde, könne sich der Beklagte nicht berufen. Inso- weit sei bereits zweifelhaft, ob beim Klettern mit wechselseitiger Absicherung eine vergleichbare Gefahrensituation bestehe. Jedenfalls bestehe keine Situ- ation, in der die Beteiligten unter Einhaltung bestimmter Regeln ihre Kräfte messen und sich in der sportlichen Interaktion gewissen Verletzungsrisiken aussetzten. Es bestehe vielmehr eine strikte Aufgabenverteilung, bei der sich der Kletternde auf das Klettern und der Sichernde auf die Sicherung des Klet- ternden konzentrieren könnten. Im Übrigen seien die Risiken beim Klettern in einem Kletterpark gewollt, vorhersehbar und durch die grundsätzlich vorhan- dene Absicherung kontrollierbar. Außerdem habe der Beklagte den Sturz der Klägerin durch eine gewichtige Regelverletzung verursacht, das begründe auch bei Sportarten mit einer erheblichen Gefährdungs- und Verletzungsge- fahr eine Haftung.

Beschlüsse des 9. Zivilsenats des Oberlandesgerichts Hamm vom 20.09.2013 und vom 05.11.2013 (9 U 124/13)
Christian Nubbemeyer, Pressedezernent


Hier der Link zum Pressebericht:
http://www.olg-ha...unfall.pdf


Meiner Meinung nach müssen sich Kletterpartner eindeutige Zeichen / Kommandos geben, damit jedem jederzeit klar ist, welches Verhalten an den Tag zu legen ist! Das ist so unabdingbar wie der Partnercheck. Ohne Bezug auf den Bericht und den Unfallverlauf nehmen zu wollen kann ich aber sagen, dass menschliches Versagen (mangelnde Absprache / mangelnder Partnercheck) in den allermeisten Fällen unfallursächlich ist!

Daher mein Appell an alle:
Werdet niemals leichtsinnig und verfallt in Letargie und / oder Gewohnheit! Denn die kann im schlimmsten Fall tödlich enden...


...climb on...
Winny
 
http://www.Kletterkirche.de
Johan41
Ich denke auch, dass das ein ganz wichtiges Thema ist. Immerhin vertraut man sich gegenseitig sein Leben an (je nach Höhe des Kletterns).
Es ist deshalb vielleicht auch von Vorteil wenn man sich von Menschen absichern lässt, denen man wirklich vertraut und die ihr Handwerk verstehen Wink
Immerhin hört man jedes Jahr von Verunglückten in Bergregionen wo entweder gar kein absichern oder fahrlässiges absichern mit Ursache für die Unglücke sind.
 
boban
Kann dir nur zustimmen Johan41
 
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